Die Stadtwerke Schweinfurt GmbH ist für die Versorgung der rund 51.000 Einwohner zählenden unterfränkischen Stadt sowie deren Umlandgemeinden mit Strom, Erdgas, Wasser und Fernwärme zuständig. Weiterhin gehören der Betrieb der Schweinfurter Stadtbusse sowie des städtischen Sport- und Freizeitbades zu ihren Aufgaben. Im Jahr 2014 hatte das Unternehmen 318 Beschäftigte.

Das  Projekt

Ziel des Projekts war es, das Backup der virtuellen Umgebung zu optimieren, so dass große Datenmengen auf möglichst kleinem Raum archiviert werden können und im Fehlerfall eine schnellstmögliche Wiederherstellung gewährleistet ist. Um die geforderte Backupaufbewahrung von einem halben Jahr beim entsprechenden Datenumfang ohne großen Managementaufwand leisten zu können, wurde entschieden, ein modernes Deduplizierungsgerät statt der vorhandenen Bandsicherung einzusetzen. Zusätzlich wurde eine neue Tape Library installiert, mit der die Backups direkt vom Deduplizierungsgerät auf Bänder kopiert werden, ohne die Daten über das Netzwerk schieben zu müssen, so dass die Daten auch außer Haus bzw. im Tresor gelagert werden können. Gleichzeitig wurde die Backupsoftware auf die aktuelle Version gehoben.

Was bedeutet Deduplizierung?

In einem normalen System sind viele Datenobjekte mehrfach vorhanden, z.B. zugrundeliegende Betriebssysteme der Daten, an denen sich bei regelmäßigen Backups nichts geändert hat. Deduplizierungssysteme erkennen auf Blockebene diese mehrfach vorhandenen Daten und eliminieren sie. Moderne Deduplizierungstechnologien sind dabei nicht nur für Archiv- und Backupdaten, sondern auch für Primärdaten einsetzbar. Dadurch ist eine Kapazitätsoptimierung von 90% und mehr möglich.
Ihre Vorteile: Speicherressourcen werden effektiver genutzt und Sie benötigen weniger Speicherkapazität bzw. müssen diese nicht so bald erweitern. Darüber hinaus vereinfacht Deduplizierung das Speichermanagement, da insgesamt weniger Daten zu verwalten sind.

Nach Abschluss des Projekts unterhielt sich das Team des netlogix Magazin mit Markus Dotzel, dem Systemadministrator und stellvertretenden IT-Leiter der Stadtwerke Schweinfurt.

Was war der Anlass dafür, auf ein neues Backupsystem umzusteigen?
Wir wollten sowohl die Sicherung als auch die Rücksicherung beschleunigen, damit wir von einem längeren Zeitraum Daten auf Platte vorliegen haben und nicht ständig auf Bänder zurückgreifen müssen. Das Volumen unseres SAN, auf dem wir bisher unsere Daten gesichert haben, hat nur noch für maximal eine Sicherung ausgereicht. Und von Platte zurückzusichern geht schneller als erst die entsprechenden Bänder suchen zu müssen, besonders bei einer großen Störung. Im Zuge des Projekts wollten wir dann auch die Hardware austauschen, weil das Leasing ausgelaufen war bzw. die Bandlaufwerke in die Jahre gekommen waren. Wir brauchten also ein komplett neues Backupkonzept, um unser System auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen.

Welche Zeiträume sichern Sie mit Bändern?
Gewisse Sachen müssen wir zehn Jahre aufheben. In der Vergangenheit haben wir schon öfter Sachen zurückgesichert, die fünf oder sechs Jahre zurücklagen.

Haben Sie Daten, die vorher auf den Bändern gespeichert waren, auf die Deduplizierungsappliance aufgespielt?
Nein, wir haben extra ein Laufwerk gekauft, das auch die alten Bänder lesen kann. Die Bänder zu inventarisieren und umzukopieren wäre viel zu zeitaufwendig. Wir hätten auch zwei Appliances nehmen können, aber uns war wichtig, die Sicherung trotzdem zusätzlich auf Band auszulagern, damit wir, falls die Appliance auch ausfallen sollte, noch die Möglichkeit haben, über Band zurückzusichern.

Was für Daten werden eigentlich bei Ihnen archiviert?
Überwiegend Fileserver-Dateien, dann sollen in Zukunft auch die virtuellen Server archiviert werden und über die virtuellen Server gelangen die Kundendatenbanken ins Archiv.

Das Firmengebäude. Foto: Stadtwerke Schweinfurt

Wie viele virtuelle Maschinen haben Sie?
Wir haben mittlerweile ca. 120 virtuelle Maschinen, die in Zukunft komplett gesichert werden sollen. Im Moment laufen die VMs noch über das alte Backupsystem, bis wir die Probleme mit den Fileservern gelöst haben. In den nächsten zwei bis drei Monaten werden wir die VMs umstellen.

Im Konzept war für die Sicherung der virtuellen Maschinen Veeam vorgesehen. Setzen Sie das inzwischen ein?
Von Veeam haben wir nur zwei Lizenzen zum Ausprobieren gekauft. Wir werden aber wahrscheinlich nach der Umstellung der virtuellen
Maschinen versuchen, Veeam einzusetzen. Aber das ist der zweite Schritt, wenn wir die erste Hürde genommen haben. Es wäre auch möglich, die virtuellen Maschinen über den VMware Agent der vorhandenen Backupsoftware zu sichern, wobei Veeam die Möglichkeit bieten würde, die gesicherten virtuellen Maschinen direkt aus dem Backup zu starten, ohne sie vorher wiederherstellen zu müssen. Wir wollen ja zweigleisig fahren. Der Gedanke war, die nicht so kritischen Maschinen weiterhin über unsere bisherige Backupsoftware zu sichern. Für die kritischen wollen wir wahrscheinlich die Replikation von Veeam nutzen, um immer schnell eine VM hochfahren zu können oder gleich zwei VMs parallel laufen zu lassen.

Serverraum der Stadtwerke Schweinfurt – so aufgeräumt kann IT sein. Foto: Stadtwerke Schweinfurt

Warum haben Sie sich für die Deduplizierung entschieden?
Damit wir Daten über einen langen Zeitraum aufbewahren können, ohne dass die Datenmengen extrem wachsen. Bisher konnten wir maximal eine Monatssicherung speichern, bis die Platten voll waren. Jetzt können wir wahrscheinlich die Daten von bis zu einem Jahr unterbringen.

Haben Sie schon länger mit uns zusammengearbeitet oder war das das erste Projekt?
Das war das erste Projekt. Wir waren schon öfter auf Ihren 79er-Seminaren, daher kannten wir Sie. Wir haben uns natürlich auch von anderen Vertriebspartnern Angebote eingeholt, uns dann aber für Sie entschieden.

Was war ausschlaggebend für die Entscheidung für netlogix?
Entscheidend war, dass das Konzept von Anfang an auf uns angepasst war. Ihre Fachleute sind gleich zur Beratung mitgekommen und Sie sind auf unsere Wünsche eingegangen. Die anderen Anbieter haben versucht, uns ihre Vorstellungen aufzuzwingen, ein für unsere Verhältnisse total überdimensioniertes Projekt.

Die Hardware haben Sie auch über uns bezogen. Was haben Sie an Hardware gekauft?
Einen HP-Server, die Deduplizierungsappliance, die Tape Library und dazu noch die Backupsoftware.

Was für eine Rolle haben wir bei dem Projekt gespielt?
Sie haben hauptsächlich die Beratung und Konzepterstellung übernommen, aber Herr Schultes war auch unterstützend bei der Einrichtung der Appliance und der Anbindung an die Backupsoftware mit dabei. 

Wie wurde das Projekt umgesetzt und wie lange hat es gedauert?
Es gab einen ersten Vor-Ort-Termin, an dem Herr Schultes und Herr Griebel hier waren, bei dem das Grundkonzept abgesteckt wurde. Und im Voraus fand schon mal ein individuelles Webinar mit dem Hersteller statt. Von der ersten Beratung bis zur Umsetzung hat es eine Weile gedauert. Das lag aber auch daran, dass die Konkurrenz wie schon erwähnt ein bisschen langsamer war. Dazwischen lag ein langer Zeitraum, in dem wir das Angebot noch verfeinert haben, bevor es zur Entscheidung kam. Wir haben im Vorfeld den Server installiert, netlogix war mit dem Hersteller einen Tag zur Einrichtung der Backupappliance da. Das Projekt wird sich allerdings noch länger hinziehen, weil wir sämtliche Datensicherungen auf den neuen Backupserver migrieren müssen.

Welchen Vorteil hat das neue System gegenüber der reinen Bandsicherung?
Die Wiederherstellungszeiten sind wesentlich kürzer und wir können längere Zeit zurück auf die Backups zugreifen, ohne ein Sicherungsband zu brauchen. Durch die Deduplizierung passt wesentlich mehr auf den gleichen Speicherplatz: Früher hatten wir ein SAN für Backup to Disk mit 11 TB, auf die gerade mal eine Monatssicherung von allen virtuellen Maschinen und Fileservern gepasst hat. Jetzt haben wir 16 TB und können wahrscheinlich ein ganzes Jahr an Sicherungen speichern – bei monatlichen Vollsicherungen. Im Moment haben wir drei Monatssicherungen auf dem System und von den 16 TB sind gerade mal 2 TB belegt, während insgesamt schon 27 TB gesichert worden sind. Das entspricht einer Deduplizierungsrate von 13:1, die mit jeder Monatssicherung ansteigt. Wenn jetzt noch die virtuellen Maschinen dazukommen, wird die Deduplizierungsrate noch höher werden. Der Hersteller spricht von einer möglichen Rate von 20:1, und wahrscheinlich werden wir diese über einen längeren Zeitraum auch erreichen.

Und wie hat Ihnen die Zusammenarbeit mit uns gefallen?
Ich würde sagen, es hat einfach gepasst und ist gut gelaufen. Die Beratung ging gleich in die Richtung, die wir uns vorgestellt haben, denn Sie
sind auf unsere Wünsche eingegangen. Die räumliche Nähe ist natürlich auch hilfreich, da Sie bei einem Problem schnell mal zu uns nach Schweinfurt fahren können.

Datenvolumen vor und nach der Implementierung der Deduplizierungsappliance

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