Die Rummelsberger Anstalten der Inneren Mission E. V. und die Rummelsberger Dienste für Menschen gGmbH sind einer der führenden Träger der Diakonie in Deutschland. Sie betreiben 202 Einrichtungen und Dienste mit über 5.400 Mitarbeitenden an 35 Standorten in Bayern. Zu den angebotenen Diensten gehören Flüchtlingshilfe, Schule für autistische Kinder, Trainings- und
Orientierungswerkstätten, Förderzentren, betreutes Wohnen, differenzierte Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflege, Fachschulen, intensivtherapeutische Bereiche, Ausbildungsstätten, psychosoziale Dienste und vieles mehr. Seit dem Gründungsjahr 1905 ist Rummelsberg, ein Ortsteil der Gemeinde Schwarzenbruck, rund 18 Kilometer südöstlich von Nürnberg, das Zentrum der Arbeit.
Die Rummelsberger Datenverarbeitungsgesellschaft, R.DV GmbH, bedient alle Rummelsberger Gesellschaften mit Informationstechnologie, Software, Beratung und Kommunikationstechnik.

Das Projekt

Inhalt des Projekts war die Implementierung eines Citrix-XenServer-6.0-Clusters und einer Citrix-XenApp-5.0-Farm für die zentrale Applikationsbereitstellung, die Implementierung einer virtuellen Desktopinfrastruktur auf Basis von Citrix XenDesktop 5.5 und die Bereitstellung eines Citrix Access Gateway. Ziel war es, die bestehende Citrix-Infrastruktur zu aktualisieren und dadurch die Ausstattung der Arbeitsplätze weiter zu vereinheitlichen sowie den Aufwand für die Administration der Clients zu verringern.

Das netlogix Magazin traf sich mit Arne Paulsen, dem Rummelsberger IT-Leiter, zum Projektinterview über die besonderen Anforderungen an die IT in einer sozialen Einrichtung und gute Erfahrungen mit Citrix.

Die Rummelsberger Daten verarbeitungsgesellschaft ist eine Tochtergesellschaft der Rummelsberger Diakonie. Was ist daran das Besondere und welche Auswirkungen hat das auf Ihre Arbeit?
Besonders ist daran nichts. Wir sind weiterhin eine Unternehmens-IT, die als eigene Gesellschaft ausgegründet ist. Wir haben zu über 99% interne Kunden. Aktuell ist es etwas anders, weil die beiden Krankenhäuser verkauft wurden, wodurch wir externe Kunden in nennenswertem Umfang haben, aber auch das wird sich ändern, da wir deren Betreuung demnächst abgeben werden. Wir stellen die Systeme zur Verfügung und begleiten die Gesellschaften bei der Anpassung der Software und/oder der Arbeitsprozesse, im Sinne von Unternehmens- oder Organisationsentwicklung.

Wie viele Mitarbeiter haben Sie denn in der EDV?
Mit mir 15 bei derzeit 3.500 Usern. Wir haben aber Unterstützung aus den Gesellschaften, so genannte Hardwarebeauftragte, die sich um das Endgeschäft vor Ort kümmern, z.B. das Einbauen vorkonfigurierter Hardware, und die auch erster Ansprechpartner für Hardwareprobleme sind.

Auf der einen Seite sind in einer sozialen Einrichtung wie Ihrer viele Nischenanwendungen nötig, auf der anderen Seite verfolgen Sie das Prinzip der Standardisierung bei Software und Geräten. Welche Probleme entstehen dadurch?
Ohne Standardisierung wären Fernwartung oder telefonische Hilfestellung nicht möglich. Wir sind im Vergleich zu ähnlich großen Industrieunternehmen sicher wie ein bunter Blumenstrauß zu sehen mit unseren vielen Anwendungsbereichen – vollstationär, teilstationär, Werkstätten für Behinderte, ambulant. Die haben alle andere Anforderungen an die Software.

Rummelsberger Dienste für junge Menschen, Foto: RDM

Was braucht man da beispielsweise?
Die Werkstatt für Behinderte braucht z.B. ein Leistungsabrechnungsmodul, mit dem die betrieblichen Leistungen, Produktion, Lagerwirtschaft usw. erfasst werden können. Und daneben gibt es für die Beschäftigten für jeden Tag, an dem sie in der Werkstatt tätig sind, vom Bezirk ein Entgelt. Also wird quasi doppelt abgerechnet, mit zwei verschiedenen Logiken. Und die Logik, mit der in der Werkstatt abgerechnet wird, ist leicht anders als im vollstationären Bereich und gänzlich anders als im ambulanten Bereich.

Und dafür brauchen Sie jeweils unterschiedliche Systeme?
Ja. Aber da setzen wir recht stark auf SAP. Es ist immer eine Abwägung, wie viel die Standardisierung wert ist, um administrativ noch ein System zu haben, wenn man dafür ggf. Funktionseinschränkungen in Kauf nehmen muss. Oder man kommt zu der Entscheidung, für diesen Bereich Spezialsoftware einzusetzen. In der Altenhilfe haben wir z.B. zwei unterschiedliche Softwareprodukte für den stationären bzw. ambulanten Bereich.

Können Sie uns kurz erklären, was Sie mit dem Projekt erreichen wollten und wie Sie auf netlogix als Partner gekommen sind?
Wir arbeiten schon lange mit Ihnen zusammen, waren einer Ihrer ersten Kunden. Da wir sehr zufrieden waren mit der Zusammenarbeit, haben wir Sie gefragt, wie wir uns weiterentwickeln können. Und wir haben nicht nur die Umsetzung bei Ihnen gekauft, sondern zum Teil auch die Hardware, u.a. die Wyse-Clients und Lizenzen. Wir haben quasi ein ganz neues Rechenzentrum aufgesetzt: Wir haben einen neuen Core-Switch, ein neues Speichersystem, eine neue virtualisierte Serverlandschaft und eine neue Citrix-Farm.

Es ging also in erster Linie um eine Erneuerung des Systems, weil es veraltet war?
Richtig.

Was wurde in dem Projekt gemacht und wie lief es ab?
Wir haben das Projekt im Vorfeld gemeinsam entwickelt. Die Ideen sind ja nicht ganz neu, vor einem Jahr gab es schon Vorüberlegungen, aber wir haben es erst jetzt in einem modifizierten Design umgesetzt. Wir haben uns mit Herrn Schmidt zusammen überlegt, wie wir die Core-Switch-Situation endgültig haben wollen und wie man sie überführt. Wir haben jetzt zwei redundante HP-Switche als Core-Switche und werden sukzessive unseren alten Cisco-Switch auf diesen neuen Core-Switch überleiten. Der ist jetzt schon verbunden mit den sechs Servern, auf denen wir die neue VMware-Umgebung betreiben, mit den zwei Servern, auf denen die neue Citrix-Farm läuft, sowie mit dem neuen SAN. Letzte Anpassungen ergaben sich noch im Projekt, bis dahin, dass wir entschieden haben, von festen IP-Adressen, die auf den Clientgeräten eingetragen waren, auf dynamische IP-Adressen, verwaltet von einem DHCP-Server, umzusteigen.
Wir haben uns individuell abgesprochen, welche Aufgaben wir und welche Aufgaben netlogix übernimmt. Ihr Kooperationspartner teamix hat die NetApp eingebaut, der Switch wurde komplett von Ihnen konfiguriert, die jetzt anstehenden Anpassungen machen wir selber. Die Projektdurchführung wurde stets auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten – abhängig von den Ressourcen, die wir und Sie jeweils frei hatten.

Welchen Vorteil haben die dynamischen IP-Adressen?
Wir müssen keine IP-Adressen mehr an den Geräten vor Ort konfigurieren, sondern diese werden automatisch zugeteilt. Moderne Geräte werden sogar automatisch konfiguriert, so dass wir keine vorkonfigurierten Geräte mehr benötigen. Aber das ist im Projekt entstanden, das war vorher nicht so geplant. 

Wie lange hat es insgesamt gedauert?
Von der Entscheidung bis zur Lieferung der ersten Hardware ging es viel schneller als geplant. Wir haben am 19. August bestellt und in der ersten Septemberwoche ging die Installation schon los. Die erste Phase – das neue SAN und die neue VMware-Umgebung – hatten wir bis zum 30. September realisiert. Hier haben viele Leute sehr intensiv und teilweise auch sehr lange zusammengearbeitet. Im zweiten Schritt haben wir die Citrix-Farm neu aufgesetzt. Das wird sich aber noch hinziehen, es wird ein immerwährendes Projekt bleiben, Anpassungen vorzunehmen.

Also wird noch nicht damit gearbeitet?
Wir fangen damit an, die User nach und nach umzustellen. Das wird einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen, weil wir einige Grundkonfigurationen geändert haben, so dass wir einen Großteil der Terminals neu aufsetzen müssen.

Was wird sich durch die neue Infrastruktur verbessern – für Sie in der IT, aber auch für die Anwender?
Erstens wird es schneller, denn wir haben jetzt neue Hardware. Zweitens sind wir auf einer aktuellen Citrix-Version, d.h. es wird sicherer. Die alte Version (Anmerkung der Redaktion: Presentation Server) war längst abgekündigt, da gab es keinen Support mehr. Und drittens hat die neue Citrix-Version einen Web Access, so dass ein Zugriff von außen über das Internet möglich ist. Es wird sich also einiges verbessern, vor allem für Homeofficearbeitsplätze.

Rummelsberger Dienste für Menschen im Alter, Foto: RDA

Homeoffice war bisher nicht möglich?
Doch, aber nicht so komfortabel. Vorher kam man nur über einen speziellen Server in unser Netz, jetzt kann man über das Internet auf unser Netz zugreifen. Für den User wird sich etwas verändern, weil wir Office 2010 statt Office 2000 einsetzen. Wir haben zudem eine eigene Menüleiste kreiert, um die User nicht neu schulen zu müssen.

Sie haben die Menüleiste selber erstellt?
Ja, das haben wir selber gemacht. Unser Ziel ist, solche Einstellungen vorgeben und vor allem auch ausrollen zu können. Das hat den Vorteil, dass nicht jeder User seine Programme selber einrichten muss oder wir an jeden Arbeitsplatz gehen müssen, um sie einzurichten. Jetzt haben wir die Möglichkeit, alles zentral zur Verfügung zu stellen.

Das wird in Zukunft so ablaufen, dass Sie eine vorgefertigte Installation haben, die Sie nur noch verteilen müssen?
Die Installation wird auf 40 virtuelle Terminalserver verteilt und auf diese können sich jeweils bis zu 40 User anmelden, die alle – abhängig von ihren Berechtigungen – die gleiche Installation haben. Aber es wird nichts mehr auf die Geräte vor Ort verteilt, weil alles zentral im Rechenzentrum stattfindet. Citrix macht nur die Übertragung zu den Clients oder Desktops – egal ob der User in Garmisch, Ansbach oder Rehau sitzt.

Also wird die ganze IT von Rummelsberg aus organisiert?
Richtig. Das ist ja der Vorteil bei einem Citrix-System: Man muss nicht mehr herumfahren oder nachts lokale PCs installieren mit den neuesten Programmversionen oder Patches. Der Nachteil ist, dass die User nur kriegen, was wir ihnen anbieten. Um bestimmten Personen die Verwendung eines Programms zu ermöglichen, das wir nicht für alle ausrollen wollen oder das nicht auf der Serverfarm läuft, weil es zu alt ist, haben wir die virtuellen Desktops angeschafft. Damit kann z.B. der Geschäftsführer etwas außer dem Standard installieren oder die Kfz-Werkstatt ein spezielles Programm.

Die virtuellen Desktops werden demnach nicht für alle User bereitgestellt?
Nein. Wir arbeiten weiterhin mit XenApp und nicht mit XenDesktop. XenDesktop ist nur Zusatz. Probleme mit der Anbindung, Sicherheit, Backup und Ähnliches sind mit XenApp bestens gelöst, weil alles im Rechenzentrum abläuft.

Ihre User konnten also vorher keine eigenen Programme installieren und können es auch jetzt nicht?
Das war schon immer so, die User kennen es nicht anders. Bereits 1997, als Citrix noch nicht so bekannt war, haben wir das Rollout der EDV mit Citrix gemacht.

Deswegen wollten Sie auch bei dem System bleiben, es aktualisieren, weil Sie gute Erfahrungen gemacht haben?
Richtig, es kam nie etwas anderes in Frage.

Gab es projektbegleitende Schulungen?
Wir hatten keinen erhöhten Schulungsbedarf, weil eine eingeführte Technologie vorlag. Während des Projekts gab es Einweisungen von Ihren Consultants, quasi „Learning by Doing“. Hierbei konnten wir Wissen direkt aus der Praxis erwerben. Einige unserer Mitarbeiter waren auch schon zu offiziellen Schulungen zu den Themen VMware und Windows 7 in Ihrem Trainingscenter.

Was hat Ihnen an der Zusammenarbeit mit netlogix besonders gefallen?
Die Zusammenarbeit lief hervorragend. Wir waren seit einem Jahr im Gespräch und als es konkret wurde, konnten wir das Projekt zügig zu Ende planen. Das Konzept wurde dann noch feiner abgestimmt, an der Einstellung noch grundsätzlich etwas geändert. Das war vielleicht nicht ganz durchdacht von allen Seiten, deshalb wird das Rollout der Serverfarmen auch mehr Zeit in Anspruch nehmen als ursprünglich geplant. Aber es war trotzdem richtig, es so zu tun, daran gibt es keinen Zweifel.

„Die Einrichtung der neuen Citrix-Plattform hat mir sehr viel Spaß gemacht. Das Projekt war technisch anspruchsvoll und durch die Produktvielfalt (XenServer, XenApp, XenDesktop, Provisioning Server, Wyse Thin Clients etc.) konnte ich mein Wissen im praktischen Einsatz vertiefen. Das Arbeitsklima war sehr gut und die Kollegen waren alle sehr nett, man hat sich einfach rundum wohlgefühlt.“

Sebastian Rothgerber Projektleitender Senior Consultant

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