Das 1938 von Paul Metz gegründete mittelständische Familienunternehmen mit Sitz in Zirndorf entwickelt, produziert und verkauft hochwertige Produkte der Unterhaltungselektronik, der Fotoelektronik und der Kunststofftechnik. Entwicklung und Produktion der Produkte finden schon immer am Standort Deutschland statt.

Das Projekt

Die Einführung einer virtuellen Desktopinfrastruktur auf Basis von Citrix XenDesktop 5.0 SP1 sollte die Ausstattung der Arbeitsplätze vereinheitlichen sowie den Aufwand für die Administration der Arbeitsplatzrechner senken. Aufbauend darauf erfolgte ein schrittweiser Austausch der PCs gegen Wyse Xenith Zero Clients. Als Basis für die virtuellen Desktops und die Infrastrukturserver wurde ein Citrix-XenServer-Cluster mit fünf Virtualisierungshosts implementiert. Die SAN-Plattform für die Bereitstellung der VDI-Plattform wird von DataCore SANsymphony-V bestehend aus zwei Knoten gebildet. Für die dynamische Erstellung der virtuellen Desktops sorgt eine Citrix-Provisioning-Services-Farm mit zwei virtuellen Provisioning-Servern. Für die zentrale Applikationsbereitstellung ist eine Citrix-XenApp-Farm auf dem Xen-Cluster installiert.

Jörg Schreier (Projektverantwortlicher bei Metz) und Heinz-Werner Kovermann (IT-Verantwortlicher) im Serverraum

Was tut Metz und was zeichnet das Unternehmen aus?
Heinz-Werner Kovermann (HK): Wir sind Hersteller von LCD-TVs und externen Blitzgeräten für Fotoapparate. Bei den Blitzgeräten gehören wir zu den Marktführern, unter anderem weil unser Blitzsortiment für unterschiedliche Kamerahersteller ausgelegt ist. Im TV-Bereich finden Sie Metz ausschließlich im beratungs- und serviceorientierten Fachhandel. Hier bedienen wir Kunden, die auf ausgereifte, langlebige und  zuverlässige Produkte „Made in Germany“ Wert legen. Neben der einfachen Bedienung steht der Service unserer Fachhändler im Fokus. Auf der IFA 2011 in Berlin stellten wir unseren neuen Fernseher Chorus S „MetzManufaktur“ vor, bei dem der Kunde aus 48 Varianten wählen kann. Durch die Fertigung am Standort in Zirndorf ist es möglich, den Chorus S als Einzelauftrag zu fertigen und innerhalb von zwei bis vier Wochen zu liefern. In unserem Kunststoffwerk produzieren wir unsere eigenen großvolumigen Gehäuse sowie Kunststoffteile für die Systemlieferanten in der Automobilindustrie. Neben den eigenen Kunststoffgehäusen fertigen wir auch Kunststoffteile für einen namhaften Fernsehhersteller.

Ihre IT besteht aus nur zwei Administratoren. Welche Probleme ergeben sich dadurch?
Jörg Schreier (JS): Wir müssen ein sehr breites Spektrum abdecken. Aufgrund der neuen Generation vernetzter Fernseher haben wir außerdem mittlerweile sehr viele Geräte im Netz. Deswegen war das Ziel der Clientvirtualisierung, zumindest Pflege und Support der Clients auf ein Minimum zu reduzieren.

Was haben die Fernseher mit Ihnen als Administratoren zu tun?
JS: Die Fernseher sind im Netz, während sie getestet werden, und müssen wie andere Netzwerkgeräte auch verwaltet werden. Das Wichtigste an einem Fernseher ist heutzutage die Software. Die Entwickler müssen ein Heimnetzwerk nachstellen, d.h. an einen Heimrouter sind ein Fernseher, ein NAS-Laufwerk und Festplatten angeschlossen, um z.B. Filme und Musik auf den Fernseher zu streamen.

Früher hatten Sie sehr viele Hardwareserver. Wie viele wurden inzwischen durch virtuelle Server ersetzt?
JS: Über 20. Im Moment haben wir nur drei physikalische Server, alle anderen sind virtuell.
Marcel Keller (MK): Die Servervirtualisierung war sozusagen der Startschuss in Richtung Virtualisierung.
JS: Das bedeutete für uns eine große Erleichterung. Hardwareausfälle, die es bei physikalischen Servern oft gibt, fallen fast komplett weg. Die Plattform läuft im Wesentlichen fehlerfrei und damit wartungsärmer. Ein großer Vorteil ist auch die Möglichkeit, bei Bedarf schnell eine virtuelle Maschine erstellen zu können.

Metz produziert ausschließlich in Zirndorf, während Desktopvirtualisierung die klassische Lösung für ein Unternehmen mit vielen Außenstellen ohne IT vor Ort ist. Was waren also Ihre Beweggründe für das Projekt?
JS: Zum einen wollten wir Management und Updates der Clients, Softwareverteilung etc. vereinfachen. Zum anderen haben wir viele mobile User. Die Xen-Plattform ermöglicht es uns, ihnen Applikationen auch offline verfügbar zu machen. Wenn ein Außendienstmitarbeiter uns sein Notebook wegen eines Problems zusendet, bedeutet das für ihn, mehrere Tage nicht damit arbeiten zu können. Dass wir auch in diesem Bereich
flexibler werden, war ein weiterer Grund für die Desktopvirtualisierung.

Warum haben Sie sich für netlogix entschieden? Hatte die Entscheidung vor allem mit der Qualität zu tun, weil Sie wussten, wie wir arbeiten?
HK: netlogix ist unser langjähriger Partner. Wir haben ja nicht mit der Virtualisierung angefangen.
JS: Das erste Projekt mit netlogix war die Installation eines Windows-2003-Domänencontrollers und eines Exchange Server 2003. Dann folgten
Astaro-Appliances mit Lizenzen und weitere Projekte im Windows-Umfeld.
HK: Zum einen war natürlich die Qualität entscheidend, zum anderen die Nähe. Trotz Remoteeinstellungen muss doch manchmal jemand vorbeikommen und da ist man flexibler, wenn der Partner in der Nähe ist.
JS: Auf Schulungen, 79ers und Vorführungen haben wir die netlogix-Consultants bereits kennengelernt und wussten so, dass Sie ein recht breites Spektrum, das wir hier auch benötigen, sehr kompetent abdecken.

Welche Schulungen haben Sie bei uns gemacht?
HK: Schulungen hatten wir zum Thema Datenbankadministration und Access, außerdem haben wir einige 79ers besucht.
JS: Citrix-Schulungen fanden hier im Haus statt, nach dem Prinzip „Learning by Doing“. Da die Plattform sehr komplex ist, war eine gewisse Einarbeitungszeit nötig. Aber mittlerweile ist es kein Problem mehr, ein Image upzudaten oder ein neues zu erstellen.

Wie lief das Projekt ab und wie lange hat es gedauert?
JS: Bis das System fehlerfrei funktioniert hat, vergingen vier Wochen, wobei wir nach zwei Wochen bereits damit arbeiten konnten. Wir hatten ein paar Probleme, die aber schnell und unbürokratisch behoben wurden. Nach vier Wochen lief wirklich alles fehlerfrei und performant.
MK: Zum Projekt gehörte ja auch, die komplette Hardware aufzubauen, deswegen sind wir eigentlich zufrieden. Die Projektdokumentation hat ein bisschen gedauert…
JS: Aber sie ist sehr gut geworden. Das ist auch ein Pluspunkt: die beste Dokumentation, die ich bisher bekommen habe!

Die Hardware haben Sie auch über uns bezogen?
HK: Ja. Alles aus einer Hand war in dem Fall das Wichtige für uns.

Jörg Schreier, Heinz-Werner Kovermann und Helena Jäger im Gespräch

Häufig bestehen bei Anwendern Vorbehalte gegenüber virtuellen Desktops, da sie Verbindungsprobleme befürchten und keine individuelle Arbeitsplatzumgebung mehr haben. Wie war die Akzeptanz Ihrer Mitarbeiter?
HK: Die Anwender merken das gar nicht. Ob ein PC mit Netzwerkkabel oder ein kleines Kästchen, in dem auch ein Kabel steckt - optisch ist das keinerlei Unterschied. Wir hatten eine vierwöchige Testphase, nach der die Testuser uns ihre Erfahrungen mitteilen sollten. Die meisten haben gesagt, dass alles einwandfrei läuft und sie keinen Unterschied bemerken. Selbst das Bild des Desktops ist gleich geblieben. Es vermisst auch niemand eine Festplatte oder ein CD-ROM-Laufwerk.
JS: Von der Akzeptanz her ist mir nichts Negatives bekannt. Die Anwender finden es toll, dass sie sich um nichts mehr kümmern müssen. Früher musste der Rechner nach Updates neu gestartet werden, das fällt nun weg, die Systeme sind immer aktuell. Und ein Argument, das bei vielen zählt, ist die Möglichkeit, bei einem Desktop auf „trennen“ zu klicken, in einen anderen Raum zu gehen und dort einfach weiterzuarbeiten.

Eine spezielle Schulung oder Einarbeitungsphase gab es also nicht?
JS: Das war nicht nötig. Für den Endanwender ist es transparent, er hat das gleiche Betriebssystem, das er vorher hatte, und die Bedienung hat sich auch nicht geändert.

Wie sieht so ein virtueller Desktop bei Metz aus?
JS: Er besteht aus Standardanwendungen, die der Großteil der Anwender in der Verwaltung benötigt, wie die aktuelle SAP-Version, Microsoft Office, PDF Reader, PDF-Drucker, die ganz normalen Drucker, verschiedene Tools - ein Standarddesktop wie vorher auch.
HK: Es hat sich nichts geändert, außer dass immer die aktuellen Betriebssystem- und Office-Versionen auf dem Desktop sind.
JS: Und dass alle Desktops einheitlich sind. Momentan haben wir nur zwei Gruppen: unsere Desktops und ein Standardimage. Demnächstkommt ein drittes Image dazu, weil wir eine Abteilung, die viel Spezialsoftware verwendet, mit dem Standardimage nicht abdecken können.

Als Argument für die Desktopvirtualisierung wird oft das Wegfallen der sog. „Turnschuhadministration“ angeführt. Welche Vorteile der virtuellen Desktopinfrastruktur sehen Sie im Vergleich zu vorher außerdem?
JS: Die „Turnschuhadministration“ fällt natürlich weg, weil ich durch die Virtualisierung jeden Client zentral verwalten kann. Wenn ein User ein Problem hat, schalte ich mich auf den Client auf und kann ihn administrieren. Updates oder Fehler in der Software kann ich zentral am Image beheben und dieses einfach wieder zur Verfügung stellen. Zum Betrieb muss ich gar nicht mehr an den entsprechenden Arbeitsplatz, lediglich zum Aufstellen oder Austauschen des Thin Client.
MK: Und sogar das könnte der User theoretisch selber machen, weil die Geräte sich selbst konfigurieren.
HK: Für die Administration von Vorteil, für das Zwischenmenschliche ein Nachteil. Ein Vorteil ist auf jeden Fall die Einheitlichkeit. Man verwaltet nur Rollen und Profile, und je weniger Profile man hat, desto einfacher ist das Handling.

Was hat Ihnen an der Zusammenarbeit mit netlogix besonders gefallen?
HK: Die Flexibilität. Wir müssen keinen Change Request schreiben, um Herrn Kellers Unterstützung zu beantragen, sondern wir schildern das Problem und dann wird uns immer schnell geholfen.
JS: Bei netlogix gibt es für jedes Problem einen Ansprechpartner und es ist unbürokratisch. Trotz der lockeren Art fast aller Consultants merkt man aber immer, dass sie sehr kompetent sind und wirklich wissen, wovon sie reden. Mir hat das Projekt viel Spaß gemacht, es herrschte immer eine gute, lockere Atmosphäre und man hat sich gut verstanden. Ich würde es jederzeit wieder tun!

Unser Fazit

Auch bei diesem Projekt zeigte sich wieder, dass es weniger auf die eigentliche Implementierung der VDI-Lösung als vielmehr auf die korrekte Planung und Berücksichtigung der Ziele des Kunden ankommt.

„Mal schnell“ XenDesktop installieren ist sicher möglich. Aber das ist auch nicht die Schwierigkeit. Denn eine virtuelle Desktopinfrastruktur ist einfach keine Plug-and-Play-Lösung, wie viele Hersteller behaupten, da helfen auch tolle Features nichts. Wem nützt eine VDI-Plattform mit 1.000 Desktops, wenn es anschließend für den Benutzer spürbare Einschränkungen gibt? Es lässt sich nicht jede Anforderung eins zu eins in eine VDI-Umgebung implementieren. Eine genaue Analyse der Anforderungen des Kunden ist maßgeblich für den Erfolg des Projekts.

Der Ausfall eines Desktopsystems ist ärgerlich, da der Benutzer nicht arbeiten kann, bis sein System repariert wurde. Der Ausfall einer VDI-Lösung, mit der Hunderte von Benutzern arbeiten, ist hingegen nicht tragbar. Hochverfügbarkeit bedeutet hier nicht, einen zweiten XenDesktop-Controller hinzuzufügen, sondern jede Komponente der Infrastruktur zu analysieren und redundant zu implementieren.
Ebenso hilft es niemandem, die benötigten Ressourcen für die VDI-Plattform wie SAN und Serverhardware „Pi mal Daumen“ auszulegen. Jede Plattform hat unterschiedliche Anforderungen und setzt genaues Hardwaresizing mit Berücksichtigung der Skalierbarkeit voraus. Denn eine langsame, ruckelnde Lösung wird keinen Benutzer überzeugen.

Und schließlich muss natürlich die IT des Kunden die neue Plattform „beherrschen“, denn die VDI stellt ein völlig neues Konzept dar, bei der sich viele Arbeitsabläufe maßgeblich ändern. Eine detaillierte Plattformdokumentation und eine ausführliche Einweisung sind ein wichtiger Bestandteil des Projekts. Die Eckpunkte für eine erfolgreiche Implementierung sind akkurates Sizing, die Implementierung „echter“ Hochverfügbarkeit und die genaue Projektplanung zusammen mit dem Kunden. Wenn, wie in diesem Projekt, der Kunde und wir als Dienstleister unsere Hausaufgaben machen, wird die VDI zur echten Bereicherung für die Unternehmens-IT.“

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