Die Klinik Kitzinger Land ist ein Kommunalunternehmen des Landkreises Kitzingen. Als Einrichtung der Grund- und Regelversorgung verfügt sie über 205 Planbetten. In den fünf Fachabteilungen (Anästhesie und Intensivmedizin, Innere Medizin, Chirurgie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde) werden jährlich mehr als 13.000 Patienten versorgt. Um deren Wohlergehen kümmern sich 400 Beschäftigte, durchschnittlich 50 Schüler der angeschlossenen Berufsfachschule für Krankenpflege, Zivildienstleistende sowie Helfer im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres.

Das Projekt

Um den Speicherplatzbedarf des neuen digitalen Bildverarbeitungssystems der Klinik zu decken, implementierte netlogix zunächst eine virtuelle Speicherlösung mit DataCore SANmelody. Anschließend wurden zwei Citrix XenServer installiert und an das Speichersystem angebunden. Für die mobile Visite sollen demnächst Thin Clients zum Einsatz kommen. Die Bereitstellung des Krankenhausinformationssystems ORBIS auf den mobilen Clients wurde über Citrix XenApp realisiert.

Projektinterview mit Christian Riemer und Jürgen Braun

Was war der Anlass zur Erneuerung Ihres Systems?
CR: Es war eher ein Neueinstieg als eine Erneuerung. Anlass war die Einführung eines PAC-Systems (Anmerkung: Picture Archiving and Communication System – ein digitales Archivierungs- und
Kommunikationssystem für medizinische Bilddaten
), das eine große Speicherkapazität benötigt. Gleichzeitig haben wir uns entschieden, das neue Speichersystem mit einer Terminalserver-Lösung zu kombinieren. Wir haben viele Rechner, die 24 Stunden laufen. Dieser Stromverbrauch soll mit Thin Clients erheblich reduziert werden.

Wieso haben Sie sich für DataCore und Citrix entschieden?
JB: Wir waren 2009 auf der netlogix-Hausmesse und sind bei einem Vortrag auf DataCore aufmerksam geworden. Bei DataCore haben wir eine redundante, leicht erweiterbare Lösung bekommen zum Preis einer einzelnen NetApp- oder HP-Lösung.
CR: Im Verlauf der Projektierung kamen Herr Keller (Citrix-Consultant) und Herr Schultes (VMware-Consultant) zu uns ins Haus und wir haben ihnen dargelegt, was wir vorhaben. Beide haben aufgrund
unserer Anforderungen gesagt, sie würden das Projekt mit Citrix umsetzen.
JB: Beeindruckend war bei diesem ersten Gespräch auch, mit welcher Begeisterung und fundiertem Wissen Herr Keller sein Konzept vorstellte. Das war definitiv sehr vertrauensbildend.

Christian Riemer und Jürgen Braun, die Kitzinger Projektverantwortlichen, im Gespräch mit Helena Jäger

Welche Gründe haben den Ausschlag gegeben, das Projekt letztendlich an netlogix zu vergeben?
CR: Von Mitbewerbern wurde uns die komplette Bandbreite an Virtualisierungs- und Storagesystemen angeboten, aber bei netlogix war das Gesamtpaket aus Preis, Leistung und dem Eindruck, den die Firma hinterlassen hat, einfach am besten.

Ein Krankenhaus hat bestimmt besondere Anforderungen an die IT-Infrastruktur. Welche waren das bei Ihnen?
CR: Wir brauchen eine zuverlässige Lösung, deshalb auch die Anforderungen an die Redundanz des SAN. Und die Lösung muss hochverfügbar sein, 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr, und das möglichst ausfallsicher.

Die Hardware haben Sie auch über uns gekauft?
JB: Wir haben uns von Herrn Griebel und Herrn Keller beraten lassen, welche Server, wie viel Speicher, Festplatten usw. wir benötigen. Die Kapazitätsplanung für das SAN haben wir, auch in Absprache mit dem PACS-Hersteller, gemacht nd netlogix hat das DataCore-SAN entsprechend ausgelegt. Nach der Ausschreibung haben wir die Hardware bei Herrn Griebel bestellt, diese wurde in Nürnberg vorinstalliert, hier eingebaut und verkabelt.

Könnten Sie uns den Zusammenhang zwischen den mobilen Stationen, Thin Clients und ORBIS (Anmerkung: das Krankenhausinformationssystem) erklären und warum die Bereitstellung nur über XenApp zu realisieren war?
CR: XenApp ist die einzige Virtualisierungsplattform, die vom Hersteller unseres KIS, der Agfa HealthCare GmbH, offiziell für die Verwendung mit ORBIS freigegeben ist.
JB: Wir wollen in naher Zukunft die mobile Visite einführen, mit digitalen Krankenakten und mobilen Visitenwagen. Auf allen Stationen ist jetzt WLAN verfügbar, damit während der Visite die komplette Akte inklusive Röntgenbildern digital verfügbar ist. Dazu bieten sich Thin Clients an. Fat Clients kopieren beim Start von ORBIS sehr viele Dateien lokal. Bei einem Abriss der Funkverbindung muss der Client neu gestartet werden und der Startvorgang läuft u.U. erneut ab, während beim Citrix-Client nur das Bild übertragen wird und ein kurzer Abriss wenig ausmacht.
CR: Durch die längere Laufzeit der Thin Clients muss auch weniger häufig in die Hardware investiert werden, da die Rechenleistung ja zentral auf dem Server liegt.
JB: Man muss auch den Stromverbrauch erwähnen: Die jetzigen Visitenwagen haben einen Akkupack und wenn daran ein PC betrieben wird, der 100 Watt verbraucht, ist die Visite entsprechend kurz. Ein Thin Client benötigt nur 20 oder 30 Watt, entsprechend länger die Laufzeit des Wagens. Zudem ist der Thin Client sehr kompakt und dadurch leichter im/am Wagen unterzubringen. Es gab also nur Vorteile, keinen einzigen Nachteil.
CR: Bis dieses Projekt ins Laufen kommt, wird es aufgrund der Lieferzeit der Wagen, für die wir uns nach ausführlichen Tests entschieden haben, allerdings noch dauern.

Christian Riemer und Jürgen Braun von der Klinik Kitzinger Land am ORBIS-Krankenhausinformationssystem

Wie wurde das Projekt „Virtualisierung und DataCore“ umgesetzt und wie lange hat es gedauert?
CR: Von der Angebotseinholung bis zum Beginn der Umsetzung dauerte es ungefähr ein halbes Jahr. Herr Lange war zwei Mal bei uns: Zwei Tage für die DataCore-Installation und am Schluss noch mal einen Tag für die Abnahme/Dokumentation, Herr Scheler zwei Tage für XenServer und drei Tage für XenApp. Die Umsetzung des Projekts war als Workshop geplant, allerdings hat uns hier der Routinebetrieb einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass wir den beiden nicht so viel über die Schulter gucken konnten.

Sie haben mit dem Projekt zwei Schulungstage in Ihrem Haus gebucht. Waren diese angedacht, um den Umgang mit dem neuen System zu lernen?
JB: Genau. Dass wir virtuelle Maschinen anlegen und verwalten können etc. Durch unsere kleine Mitarbeiterzahl (Anmerkung: zwei Mitarbeiter und ein Azubi) ist es schwierig, zwei oder drei Tage auf Schulung zu gehen. Deshalb wollen wir hier eine Art Workshop auf dem Echtsystem machen, bei dem gezielt unsere Fragen bearbeitet werden.
Wir hatten schon zwei Zwischenfälle (Stromausfälle, die leider lange unbemerkt blieben), bei denen die Hochverfügbarkeitslösung (HA) gegriffen hat, das System also weiterhin funktioniert hat. Nachdem die USV in einem Serverraum leer war, liefen dank HA alle virtuellen Maschinen im zweiten Rechenzentrum weiter – das war sogar eher positiv.
CR: Gleichzeitig gingen noch die beiden Fibre-Channel-Karten des zweiten Xen-Servers kaputt. Da wir die Schulung noch nicht durchgeführt hatten, waren wir überrascht, dass alle Funktionalitäten (Diensteserver) da waren, obwohl wir der Meinung waren, sie dürften nicht mehr laufen.
Herr Keller und Herr Scheler haben dann festgestellt, dass alles so lief wie es sollte. Sie haben noch zwei Einstellungen vorgenommen und das System hat sich abgeglichen.

Was hat sich für Sie mit dem neuen System verbessert, was ist einfacher geworden?
JB: Wir können jetzt sehr leicht und kostengünstig neue virtuelle Maschinen anlegen. Wenn wir einen Server brauchen, installieren wir einfach einen virtuellen Server. Früher haben wir eine Ausschreibung gemacht, Hardware und eine Serverlizenz gekauft. Dank des Datacenter-Lizenzmodells können wir jederzeit beliebig viele Server installieren.

Wofür brauchen Sie virtuelle Server beispielsweise?
JB: Den Virenscanner haben wir virtualisiert und einen Einwahlserver implementiert, um von zu Hause aus arbeiten zu können. Das letzte Projekt war ein Küchenserver für die Essenserfassung über mobile Eingabegeräte. So ein Server benötigt keine übermäßige Leistung, aber früher bedeutete das, Hardware zu kaufen und einen Server zu installieren. Jetzt erstellen wir eine virtuelle Maschine, haben also keinen großen Aufwand.
CR: Oder Testmaschinen: Unser Auszubildender wird sich für seine Abschlussarbeit des Themas Microsoft Forefront annehmen. Das ist virtuell schnell umzusetzen, ohne in neue Hardware investieren zu müssen. Zudem haben wir einige Schnittstellen zwischen den einzelnen Krankenhaussystemen laufen – diese Server haben wir alle virtualisiert. Sie sind damit auch ausfallsicher, wir müssen uns nicht darum kümmern, dass die Hardware läuft.

Was hat Ihnen an der Zusammenarbeit mit netlogix am besten gefallen?
JB: Eindeutig die Kompetenz der Mitarbeiter. Wir suchen uns stets Spezialfirmen aus, die nicht alle Themen abdecken, sondern sich auf wenige Kernkompetenzen konzentrieren.
CR: Das Projekt war sehr reibungslos im Ablauf, es gab keine Verzögerungen, Termine wurden immer eingehalten. Ihre Consultants sind natürlich oft im Außendienst, aber im Großen und Ganzen gut erreichbar, wenn man eine Frage hat. Besonders gut gefallen hat uns der Umgang mit Agfa, dem Hersteller des PACS. Agfa hat ihr PACS für HP EVA und NetApp freigegeben, wir wollten das Projekt aber mit DataCore umsetzen. Würden wir ohne Einverständnis des Herstellers ein anderes SAN einsetzen, erhielten wir im Zweifelsfall keinen Support durch Agfa. Deshalb haben wir uns bei Projektstart zusammengesetzt – Herr Lange, Herr Scheler und zwei Mitarbeiter der Agfa – und alle Details für die Umsetzung mit DataCore geklärt.

Ist noch ein weiteres Projekt zum Thema Thin Clients in Zusammenarbeit mit netlogix geplant?
JB: Die Thin Clients werden wir selbst einbinden. Aktuell geplant ist die Erweiterung unseres SAN. Herr Lange schaltet sich dann auf unser System auf, um die Konfiguration zuzuweisen. Das Einbauen von Festplatten und Arbeitsspeicher übernehmen wir, aber die Konfiguration lassen wir lieber jemanden machen, der sich detailliert damit auskennt.

„Die Zusammenarbeit mit Herrn Riemer und Herrn Braun hat uns viel Freude bereitet, da sie sich perfekt in ihrer Umgebung auskannten und uns stets zeitnah benötigte Informationen geben konnten. Dies machte einen reibungslosen Projektablauf möglich. Die Herausforderung am Projekt war nicht, „ob“ es funktioniert, sondern ob es „schnell“ funktioniert. Nur wenn das Benutzerempfinden am Ende stimmt, gilt für uns das Projekt als erfolgreich. Fazit: Projekt erfolgreich! ;-)“

Florian Scheler Projektleitender Senior Consultant

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