Die Diakonie Neuendettelsau ist mit 180 Einrichtungen der größte diakonische Träger in Bayern. Sie bietet für Menschen mit einer geistigen Behinderung Wohn- und Arbeitsplätze, führt Senioreneinrichtungen und Schulen und ist der Träger von vier Kliniken. Hinzu kommen Kindertagesstätten, Tagungs- und Gästehäuser, die Internationale Akademie DiaLog, verschiedene Betriebe und zwei kirchliche Werkstätten. Auch im europäischen Ausland unterhält das Werk Fachschulen und Senioreneinrichtungen.

Das Projekt

netlogix führte bei der Diakonie Neuendettelsau unter Leitung von Lutz Kral und Herbert Motzel (EDV-Leiter der Diakonie Neuendettelsau) die Migration von einem Novell-basierenden Netzwerk auf Microsoft durch. Auch die Weiterbildung der involvierten Mitarbeiter fand projektbegleitend im netlogix-Trainingscenter statt. Die Diakonie Neuendettelsau hat 6.500 Mitarbeiter mit rund 1.400 Cs und 3.000 Usern im Netzwerk.

Interview mit Herbert Motzel, EDV-Leiter der Diakonie, über die Herausforderungen einer Netzwerkmigration und die Zusammenarbeit mit netlogix

Welche Probleme waren durch die alte Infrastruktur in Ihrer Einrichtung gegeben?
Im Laufe der Jahre ist das ein gewachsenes Netzwerk gewesen, auf Basis von Novell NetWare. NetWare ist damals vom Hersteller abgekündigt worden, d.h. es war klar, dass wir in diesem Bereich etwas tun müssen. Aufgrund der heterogenen Struktur kam es zu vielen Störungen und Ausfällen.

Welche Anforderungen hatten Sie an Ihren Dienstleister und was waren dann im Endeffekt die Beweggründe, sich für netlogix zu entscheiden?
Da wir am Anfang nicht wussten, ob wir in den Bereich Linux oder Windows migrieren wollen, sind wir an netlogix herangetreten. Unserer Meinung nach ist bei Ihnen sehr gutes Know-how in beiden Welten vorhanden. Wir wollten das Projekt mit einer Firma machen, die sowohl Erfahrung in der Migration von Novell zu Windows hat als auch mit Projekten einer ähnlichen Größenordnung. Außerdem wollten wir eine Beratungsleistung haben, ohne dass das Systemhaus eine Richtung favorisiert. Wir haben ein Systemhaus gesucht, das eine gewisse Größe hat, eine gute Reputation und auch räumlich nicht allzu weit weg ist.

Sie haben sich mit drei unserer Consultants aus verschiedenen Fachrichtungen zusammengesetzt und sich für Microsoft entschieden. Wie wurde das Projekt letztendlich umgesetzt?
Zuerst wurde die zum Teil ältere Hardware soweit es ging aufgerüstet und neue angeschafft, um damit parallel eine neue Infrastruktur hochzuziehen. Dann haben wir uns Gedanken über eine skalierbare Lösung gemacht, d.h. wie richten wir das System ein, um Kindertagesstätten, Senioreneinrichtungen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderung und Krankenhäuser einigermaßen homogen zu betreuen. Wichtiger Punkt war auch die Administration aus der Zentrale heraus, da wir sehr viel von Neuendettelsau aus machen und nur wenig IT-Personal in den Außenstellen haben.
Danach haben wir einen Prototypen gebaut und sukzessive Einrichtung für Einrichtung umgestellt. Wir haben so ziemlich alle Microsoft-Produkte, die es in dem Bereich gibt, eingesetzt: Von Active Directory und Cluster-Systemen über ISA als interne Firewall bis hin zur Softwareverteilung. Des Weiteren mussten wir die Daten aus dem alten Dateisystem in das neue migrieren. Bei der Umstellung von GroupWise nach Exchange war unseren Mitarbeitern wichtig, dass sie ihre Mails mitnehmen können.

Welche Besonderheiten gab es in Bezug auf Ihre heterogen strukturierten Einrichtungen zu beachten?
Wir haben unterschiedlich große Einrichtungen: In einer Kindertagesstätte steht klassischerweise ein PC, in unseren Krankenhäusern ca. 200. Deshalb haben wir versucht, ein Konzept aufzustellen, bei dem es für den Administrator und den Anwender egal ist, in welcher Einrichtung er tätig ist bzw. welche Einrichtung er betreut. Wir wollten es den Anwendern leichter machen, sich zurechtzufinden, wenn sie an einem anderen Arbeitsplatz tätig sind. Dann arbeiten sie mit den gleichen Programmen, der gleichen Oberfläche und der gleichen Struktur.

Sie haben mit Herrn Kral geplant, wie das Projekt umzusetzen ist, und es dann selber in Verbindung mit Consultingdienstleistungen durchgeführt. Wie lange hat das Projekt gedauert?
Die Gesamtprojektlaufzeit ging über rund 2,5 Jahre. Herr Kral hat uns bei bei der Planung und Umsetzung geholfen und ist dazugekommen, wenn es technische Probleme gegeben hat.

Die Projektdokumentation ging ja über 602 Seiten. Inwiefern hat Ihnen diese bei der Projektarbeit geholfen?
Wir haben das Projekt ab dem Prototypen dokumentiert. Der Vorteil ist, dass die Systeme nach dem gleichen Vorgehen aufgesetzt werden: Wenn zwei Systeme das gleiche tun, dann sehen sie auch exakt gleich aus. Wenn das erste System, der Prototyp, funktioniert hat, funktionieren die anderen Systeme ebenfalls, dadurch ist die Fehlersuche relativ einfach. Das ist auch der Unterschied zu der Infrastruktur, die wir vorher hatten, wo jedes System ein bisschen anders konfiguriert war und man kein Referenzsystem hatte, bei dem man nachschauen konnte, wie es funktioniert. Insofern ist auch die Qualität und Verfügbarkeit des Netzwerks deutlich gestiegen.

Was uns auch schon zur nächsten Frage bringt: Was hat sich durch die neue Infrastruktur verbessert und welche Vorteile haben Sie als Administrator und natürlich auch Ihr Team von der Umstellung?
Der Vorteil besteht darin, dass wir viel Verwaltung zentral machen können, wir sind weniger auf der Straße unterwegs, um zu den Einrichtungen zu fahren. Die Diakonie Neuendettelsau bzw. das Netzwerk ist in den letzten Jahren ziemlich stark gewachsen. Jetzt können wir das mit der gleichen 17-köpfigen Mannschaft abfangen, egal ob wir 2.500 oder 3.500 User im Netzwerk haben.

Sie und Ihre Mitarbeiter haben ja im ersten Drittel des Projekts Schulungen bei uns im Haus besucht, zu Themen wie SQL Server 2005, Microsoft Systems Management Server, Windows 2003, Exchange Server 2003 und Windows XP. Haben Ihnen die Schulungen geholfen, das Projekt besser umzusetzen?
Auf jeden Fall. Es bringt unserer Meinung nach nichts, wenn man sich die beste Consultingleistung oder Betreuung einkauft, alles vom Systemhaus machen lässt und dann im laufenden Betrieb nicht weiß, was zu tun ist. Deswegen war es für uns wichtig, dass die Kollegen gut ausgebildet werden. Das Ganze hat sich gut ergänzt, da Herr Kral bei den offenen Schulungen immer wieder tiefer auf Themen eingegangen ist, die für uns im Projekt relevant waren.

Dann würden wir natürlich gerne wissen, was Ihnen an der Zusammenarbeit mit netlogix am besten gefallen hat?
Das waren verschiedene Punkte. Einmal der Gesamtmix, dass Schulungszentrum und Systemhaus unter einem Dach sind. Man ist sehr gut auf unsere Bedürfnisse eingegangen und hat nicht gesagt, das ist Schema F, das ziehen wir so durch. Sehr gut hat uns auch das offene und ehrliche Miteinander gefallen, das hat sich in der geringen Consultingleistung von 36 Tagen widergespiegelt. Man hätte dies durchaus in die Länge ziehen können, aber bei Ihnen hatten wir immer das Gefühl, man versucht nicht großmächtig, Tage zu generieren. Wir bedanken uns nochmal für die gute Zusammenarbeit.

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