17.09.2014

XenApp & XenDesktop 7.6 – Rückkehr zu alter Stärke?

Noch diesen Monat soll die neue Version von XenApp bzw. XenDesktop erscheinen. Die Version 7.6 bringt einige Funktionen zurück, die in XenApp 6.5 bereits enthalten waren und aufgrund des Umstieges auf die Flexcast Management Architecture (FMA) leider weggefallen sind.

Umso erfreuter dürfen viele ehemalige XenApp 5/6.x-Kunden sein, da es nun wieder eine „integrierte“ Ausfallsicherheit geben wird. Dies ist die erste und in meinen Augen interessanteste  Neuerung, neben den Citrix-typischen stetigen Optimierungen vorhandener Technologien.

Bisher benötigte man für eine Ausfallsicherheit seiner XenApp bzw. XenDesktop 7.x Site mindestens einen SQL Mirror oder einen SQL Cluster. Verliert der Controller aktuell die Datenbankverbindung, ist kein Verbindungsaufbau durch die Benutzer mehr möglich. Dies soll sich nun wieder ändern, indem vermutlich eine lokale Kopie der Datenbank auf den Controllern abgelegt wird. Wie dies am Ende wirklich aussehen wird und ob weiterhin gewisse Einschränkungen beim Verlust der Datenbankverbindung existieren, ist uns leider noch nicht bekannt.

Ein weiteres, wieder eingeführtes Feature ist der so genannte Session Pre-Launch. XenApp 6.5-Kunden dürfte dieses Feature bekannt sein. Mit dem Session Pre-Launch kann eine Sitzung bereits vor dem eigentlichen Aufruf der entsprechenden Anwendung gestartet werden. Dies soll die Anmeldezeit in der Regel deutlich beschleunigen. Durch eine entsprechend konfigurierte Applikation und das Login am Citrix Online Plugin wurde früher direkt eine Sitzung auf einem der Terminalserver gestartet, die sich bis zum eigentlichen Aufruf der Applikation im „Stand by“ befand. Nachteil an der Lösung ist, dass dadurch eine XenApp/XenDesktop-Lizenz verbraucht wird, auch wenn der Anwender keine Applikationen gestartet hat, sondern nur der Citrix Client angemeldet ist. Dies wird mit dem Citrix Receiver in Zukunft ähnlich laufen. 

Des Weiteren wurde der Anonymous Login wieder eingeführt und es wurden einige Verbesserungen bestimmter Features wie z.B. bei der Session Reliability durchgeführt.

Außerdem gibt es natürlich weitere Optimierungen bei den HDX-Funktionen, beispielsweise bei der Audio- und Videodarstellung. Mit Hilfe der Ausnutzung von Grafikprozessoren (GPUs) soll die Darstellung von DirectX und 2D-Rendering nochmals weiter optimiert werden.

Wie schon erwähnt gibt es in der Version 7.6 auch neue Kompatibilitäten und Interoperabilitäten. So werden nun die Einbindung von Lync Server 2013 und die neuesten USB 3.0-Peripheriegeräte wie Lync-Telefone sowie Webcams und Headsets unterstützt.

In Bezug auf die Integration des Microsoft System Center Configuration Manager wird es den neuen Citrix Connector 7.5 geben. Dieser bietet die Möglichkeit, Benutzerzugriffe auf Anwendungen und Desktops über den Configuration Manager tätigen zu können.

Zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit von Windows-Applikationen auf mobilen Endgeräten gibt es bereits das HDX Mobile SDK. Auch hier wird es eine neue Version geben. Über die tatsächlichen Neuerungen innerhalb des SDK (Software Development Kit) ist uns leider noch nichts bekannt.

Citrix hält weiter an den Provisioning Services fest – zu Recht. Auch wenn es bisher kaum noch Gründe für den Einsatz der Provisioning Services anstelle der Machine Creation Services gab, wird sich das nun wieder ändern. Nach wie vor gibt es bei einigen derzeitigen bzw. zukünftigen XenDesktop-Kunden Engpässe in Bezug auf die Storage-Leistung. Je nach Größe der VDI-Umgebung sind bestimmte IOPS (Input/Output-Operationen pro Sekunde) Grundvoraussetzung für einen performanten Betrieb. Nicht jeder Kunde kann sich die Umrüstung auf SSDs oder andere leistungsstarke Storage-Lösungen leisten. Die neue Version der Provisioning Services soll nun aufgrund einer neuen Caching-Möglichkeit Abhilfe schaffen, mit der die Last auf dem Storage – laut Citrix – um bis zu 99% gesenkt werden kann. Neben den bereits vorhandenen Caching-Methoden Cache on Server, Cache on Device’s Hard Drive und Cache in Device RAM soll es nun noch eine weitere Möglichkeit geben, nämlich „Cache on device RAM with overflow to Hard Disk“. Nähere Infos hierzu findet man im offiziellen Citrix-Blog: http://blogs.citrix.com/2014/04/18/turbo-charging-your-iops-with-the-new-pvs-cache-in-ram-with-disk-overflow-feature-part-one/

Hierzu gibt es auch schon die ersten Performancevergleiche zwischen den verschiedenen Caching-Methoden: http://blogs.citrix.com/2014/07/07/turbo-charging-your-iops-with-the-new-pvs-cache-in-ram-with-disk-overflow-feature-part-two/. Die neue Caching-Methode scheint aufgrund der außerordentlich guten Testergebnisse die neue Best-Practice-Methode von Citrix zu werden.

Kunden mit der aktuellen Version 7.5 können über ein „In-Place“-Upgrade auf die neue Version gelangen. Voraussetzung ist natürlich eine laufende Subscription bei Citrix.

Wollen Sie eines der ersten Unternehmen sein, das die Vorteile der neuen Version genießen kann? Gerne stehen wir Ihnen für ein individuelles Beratungsgespräch sowie die entsprechende Planung zur Verfügung.

Florian Scheler
Senior Consultant

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