12.06.2012

Flaschenhalssuche in VMware-Umgebungen auf der Kommandozeile

Meistens hört man über virtuelle VMware-Umgebungen Aussagen wie: „Die Server wurden damals installiert und seitdem laufen sie“ oder „Ich bin Windows-Admin und verwende den vSphere-Client nur, um Maschinen zu erstellen oder hoch- und runterzufahren“.

Natürlich spricht überhaupt nichts dagegen, eine gut funktionierende ESX-Umgebung außer zum Patchen nicht weiter anzufassen. Allerdings kommt es auch immer wieder einmal vor, dass man der Serverlandschaft „unter die Haube“ sehen möchte, wenn beispielsweise Benutzer über die schlechte Leistung einzelner Dienste klagen.

Nun werden einige von Ihnen feststellen, dass Sie zu diesem Zweck die Leistungsgraphen im vSphere-Client nutzen. Und dass dies nicht der einfachste Weg ist, da die Auswahl der passenden Leistungsindikatoren oder die Entscheidung zwischen Line oder Stacked Graph oft nicht ganz einfach ist.
Daher habe ich mich entschieden, in diesem Blogeintrag über einige Hilfsmittel zu schreiben, die Ihnen besseren Aufschluss über Ihre ESX-Landschaft geben.
Ich befasse mich heute mit dem vSphere Management Assistant (kurz vMA). Dieser ist erhältlich unter http://downloads.vmware.com/de/d/details/vma50/dHRAYnQld3RiZHAqJQ.

Die Quelle verweist auf die momentan aktuelle Version der Software. Natürlich ist das Tool auch in älteren Versionen zur Verwendung mit ESX 4.1 oder 4.0 noch verfügbar. Ich arbeite allerdings bereits auf der vSphere 5-Version.

Um den Rahmen dieses Beitrags nicht zu sprengen, wollen wir uns heute nur mit einem Teil der Funktionalität des vMA beschäftigen.

Schritt 1: Die Installation

Für alle unter Ihnen, die sich mit dem Tool noch nicht befasst haben, hier ein schnelles Installations-How-To.

Es handelt sich bei vMA um eine sogenannte virtuelle Appliance. Sie laden sich also ein OVF-Template von VMware herunter, entpacken es und wählen in Ihrem vSphere-Client „Deploy OVF Template“ aus.

Danach wählen Sie den Pfad zu der heruntergeladenen Appliance:

Der Rest ist nun selbsterklärend.

Schritt 2: Anmelden an der Appliance

Beim ersten Start der neuen virtuellen Maschine werden Sie nach IP und Passwort für den VI-Admin User gefragt. Vorsicht! Englische Tastatur!
Nun ist die virtuelle Appliance schon einsatzfähig und Sie können mit Putty und SSH darauf administrieren. Sie melden sich mit dem User VI-Admin und Ihrem eben vergebenen Passwort an.

Schritt 3: ESX -Server anlegen

Nun befinden Sie sich erst auf der lokalen Konsole der Linux-Appliance. Wir wollten aber ESX-Hosts überwachen. Daher ist der nächste Schritt, die zu überwachenden ESX-Server in der Appliance anzulegen.

Dazu verwenden wir den Befehl „vifp addserver <esxservername> --username –password“.

Diesen Befehl nutzen wir jetzt für jeden ESX, den wir überwachen wollen.
Alternativ kann man auch das Virtual Center mit diesem Befehl verbinden.
Nun können wir uns mit dem ESX oder dem VC verbinden.

Das Kommando „vifptarget  –s <esx oder vcname>“ verbindet uns mit dem gewünschten Server.

Nun können wir die Performancedaten der ESX-Server des Virtual Center mit dem resxtop-Programm abfragen.

Dies könnte so aussehen, dass man für unsere Demoumgebung „resxtop –server esx12.vdc.local“ in die Putty-Konsole eintippt.

Nun sehen wir erst einmal die CPU-Auslastung auf dem ESX-Host.

Mit einem Knopfdruck auf die Taste „h“ wechseln wir in die Hilfe.

Sie werden feststellen, dass Sie nicht nur die CPU, sondern auch Memory, Netzwerk, Storage und Interrupts betrachten können, indem Sie die Tasten „m“, „n“, „i“, „d“, „u“, „v“ und „p“ drücken.

Mit Strg + C verlassen Sie den ESX-Top-Bildschirm wieder und finden sich auf der vMA-Konsole wieder.

Falls Ihnen ein Performanceindikator fehlt, während Sie ESX Top verwenden, versuchen Sie, ihn mit dem kleinen „f“ hinzuzufügen.

Schritt 4: Speichern

Man kann die Ausgabe des ESX-Top-Befehls auch als Datei abspeichern: Sie erstellen sich einfach eine Ansicht mit den Werten, die Sie interessieren, und speichern diese mit „W“ (Sie werden nach einem Pfad und Dateinamen gefragt).
Nun starten Sie den resxtop-Befehl im Batchmode.

Dies kann dann folgendermaßen aussehen: „resxtop --server esx12.vdc.local -b -c /home/vi-admin/.esxtop50rc -d 60 -n 60  > /home/vi-admin/batch_mode.csv“.
Es wird nun in die CSV-Daten geschrieben und zwar alle 60 Sekunden 60 mal ein Abgriff des ESX-Top-Bildschirms, wobei -d für Delay in Sekunden und -n für die Anzahl der Wiederholungen des Vorgangs steht.

Die CSV-Datei können Sie dann bequem in Ihren Perfmon (Performancemonitor von Windows) importieren oder einfach mit Excel öffnen.

Viel Spaß!

Frank Tröger
Cloud Architect

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