07.11.2012

First Look: Microsoft Exchange Server 2013

Microsoft hat im Sommer die neueste Version des Exchange Server in einer Preview-Version veröffentlicht. Wir haben die Preview-Version ausgiebig getestet und zeigen Ihnen die wichtigsten Neuerungen.

Neue Serverrollen

Mit Exchange Server 2007 wurde eine Unterteilung der Serverfunktionen eingeführt. Die Unterteilung in Mailbox-, Hub-Transport- sowie Client-Access-Rolle hat einige Vorteile wie zum Beispiel eine einfachere Skalierbarkeit und bessere Möglichkeiten beim Thema Hochverfügbarkeit.

Mit der Unterteilung in dieser Form waren aber auch Nachteile verbunden wie die nicht verteilbare Hub-Transport-Rolle, die dann normalerweise gemeinsam mit der Client-Access-Rolle installiert wurde. Außerdem hat das Thema Virtualisierung seit 2007 an Bedeutung gewonnen, weshalb die meisten Exchange-Server zwar logisch getrennt, aber häufig auf derselben Hardware produktiv laufen. Zeit also, die Serverrollen den aktuellen Herausforderungen anzupassen. Der Exchange Server besteht jetzt aus zwei Rollen (die EDGE-Server-Rolle ist gleich geblieben und wird hier nicht berücksichtigt).

Mailbox (Backend):
In dieser Rolle werden jetzt fast alle bisherigen Dienste zusammengefasst; alle Dienste und Funktionen (Datenbank, OWA/Autodiscover, Transport, Unified Messaging) laufen auf dieser Serverrolle. Die Rolle ist clusterfähig, d.h. beliebig skalierbar.

Client Access (Frontend):
Diese Rolle verarbeitet die Clientanfragen und gibt diese an die entsprechenden Mailbox-Server weiter. Gleichzeitig kann die Client-Access-Serverrolle den Status der Exchange-Dienste abfragen und die Anfragen verlustfrei an einen anderen Mailbox-Server weiterleiten.

Es geht augenscheinlich also wieder einen Schritt zurück. Auf den zweiten Blick erkennt man allerdings, dass die Änderungen mehr eine Anpassung an die besseren Funktionen des Exchange sind, welche 2007 noch nicht vorhanden waren. Die Möglichkeit der Hochverfügbarkeit mittels Database Availability Group ist hier sicherlich die wichtigste Eigenschaft. Die DAG-Funktion wurde in Exchange 2013 ausgebaut und noch weiter verbessert.

Neue Administrationsoberfläche EAC

Die zweite wichtige Änderung für Exchange-Administratoren ist der Wegfall der Exchange Management Console. Neben der selbstverständlich weiter verfügbaren Exchange Management Shell wird die mit Exchange 2010 eingeführte webbasierte Oberfläche ECP erweitert. Die neue Oberfläche Exchange Administration Center (EAC) wurde komplett neu gestaltet und stellt das neue Hauptverwaltungswerkzeug dar.

Wer jetzt an langsam aufbauende Konfigurationsfenster und Webparts denkt, sieht sich beim Verwenden der EAC positiv überrascht. Der Zugriff auf die Funktionen erfolgt flüssig und selbst in einer virtuellen Testmaschine schneller als mit der MMC-basierten Management Console.

Die zusätzlichen Vorteile der webbasierten Oberfläche liegen klar auf der Hand: Man muss als Administrator nicht mehr auf dem eigenen Client die Verwaltungstools installieren oder sich via RDP auf den Server verbinden. Durch die OWA-ähnliche Konfiguration der EAC-Website ist auch das Bereitstellen der Administrationsoberfläche kein Problem. Die EAC lässt sich natürlich genauso wie der OWA nach extern verfügbar schalten. Umso wichtiger wird hier natürlich eine weitere Absicherung der Exchange-Umgebung, z.B. mittels Zwei-Faktor-Authentifizierung (bspw. SMS Passcode).

Durch die Änderungen in den Serverrollen hat sich natürlich auch die Aufteilung der Administrationsoberfläche geändert. Zwar war die Aufteilung in Organisations-, Server- und Empfängerkonfiguration einfach zu verstehen und sinnvoll, allerdings war für vergleichsweise kleine Änderungen häufig ein weiter Weg nötig. Unter anderem aus diesem Grund wurde die bisherige Ansicht geändert zu einer mehr funktionsabhängigen Aufteilung. Beispielsweise finden sich unter „Server“ rein serverbezogene Einstellungen, während die kompletten Empfangs- sowie Sendekonnektoren gemeinsam mit den Regeln, Zustellungsberichten, E-Mail-Policies und akzeptierten Domänen unter dem Punkt „Nachrichtenübermittlung“ zusammengefasst wurden. Nach einer kurzen Umgewöhnungsphase lernt man die übersichtlichere Struktur der Funktionen zu schätzen.

Natürlich darf auch das Thema Cloud und Office 365 nicht fehlen. Mit dem Punkt „Hybrid“ wurde dem Genüge getan und die Integration der Clouddienste in die eigene Exchange-Umgebung weiter erleichtert.

Die Öffentlichen Ordner werden in normalen Postfächern innerhalb der Mailboxdatenbanken gespeichert. Ein Vorteil, da die Öffentliche-Ordner-Datenbanken mit den Replikationseinstellungen wegfallen und somit alle Informationen einheitliche Speicher- und Zugriffsmechanismen verwenden.

Andreas Faltin

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