12.01.2017

HowTo: Citrix XenApp/XenDesktop – schnell und effizient Fehler lokalisieren

Bei unseren eigenen Veranstaltungen und Vorträgen wurden wir stets für unsere Tipps zur Analyse von Problemstellungen gelobt. Deshalb wollen wir an dieser Stelle einen Teil unseres Wissens an alle Interessierten weitergeben.

Grundlagen der Fehleranalyse

Eine effektive Fehleranalyse setzt immer ein gutes Grundlagenwissen über die Funktionsweise des jeweiligen Systems voraus. Alle Kommunikationswege innerhalb einer Citrix-Umgebung müssen immer funktionsfähig sein, um einen reibungslosen Betrieb gewährleisten zu können
Da in einer Citrix-Umgebung sehr viele unterschiedliche Systeme – wie z.B. Datenbanken, Active Directory (DNS, DHCP, LDAP usw.) oder Firewalls – ineinandergreifen, ist es von entscheidender Bedeutung, zu wissen, an welcher Komponente in der Infrastruktur ein Fehler auftritt, um ihn schnellstmöglich beheben zu können. 

Typisches Fehlerbild

Ein Beispiel für ein typisches Fehlerbild ist „Ein oder mehrere Benutzer können sich nicht an Citrix anmelden“. Jeder Citrix-Administrator kennt diese Fehlerbeschreibung von seinen Usern. Wo also beginnt man seine Fehlersuche? Betrachtet man sich das folgende Schaubild, kann man an dieser Stelle sagen, dass der Fehler an jeder einzelnen Komponente oder an mehreren gleichzeitig liegen kann. Wichtig ist es deshalb, das Problem eingrenzen zu können.

Mithilfe unserer Veranschaulichung können Sie die Verbindungswege nachverfolgen und so den Fehler besser lokalisieren. Anschließend können Sie sich um die Lösung des eigentlichen Problems kümmern.

Schritt für Schritt: So prüfen Sie die Kommunikationswege in Ihrer Citrix-Umgebung

Kommunikation der einzelnen Komponenten

  1. Benutzer meldet sich mit seinen Anmeldedaten an | Ports: 80,44
  2. Anmeldedaten werden an den Delivery Controller weitergeleitet | Ports: 80,443
  3. Anmeldedaten werden an das Active Directory weitergeleitet, um die Benutzerautorisierung zu prüfen | Ports: 389(ldap)/636(ldaps)
  4. Der Delivery Controller fragt die für den Benutzer zugewiesenen Desktopgruppen ab und präsentiert diese | Ports: 1433,1434
  5. Wenn der Benutzer eine der Desktopgruppen aufruft, prüft der Delivery Controller den Status der entsprechenden Gruppe am Hypervisor | Ports: SCVMM – 8100; XenServer/vCenter – 80/443
  6. Der Delivery Controller meldet dem StoreFront-Server den für die aktuelle Session ausgewählten Desktop bzw. eine entsprechende Applikation | Ports: 80,443
  7. Der StoreFront-Server schickt ein .ica-File mit den entsprechenden Verbindungsinformationen an den Citrix Receiver | Ports: 80,443
  8. Der Citrix Receiver baut anhand des .ica-Files die Verbindung zur jeweiligen Ressource auf | Ports: 1494,2598
  9. Der Virtual Delivery Agent (VDA) überprüft die Lizenz mithilfe des Delivery Controller | Ports: 80
  10. Der Delivery Controller gleicht die angeforderte Lizenz mit dem Lizenzserver ab | Ports: 27000, 7279
  11. Der Delivery Controller gibt die Citrix-Richtlinien an den VDA weiter, wo diese dann angewendet werden | Ports: 80
  12. Der Desktop oder die Applikation wird nun mithilfe des Citrix Receiver vollständig angezeigt | Ports: 1494,2598

Florian Scheler
Senior Consultant

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