13.02.2017

Citrix Cloud mit XenApp und XenDesktop – Kooperation mit Microsoft

Der Trend, in die Cloud zu migrieren, setzt sich unaufhaltsam fort. Mehr und mehr Hersteller entwickeln gefühlt seit Jahren für die Cloud. So wirklich überzeugen konnte aber bisher keine Lösung im App-Delivery- und Desktop-Delivery-Umfeld. Microsoft begann vor einiger Zeit, seine eigene Client-Server-Lösung namens „RemoteApp“ unter Microsoft Azure in der Cloud anzubieten. Inoffiziell betrachtet blieb es hier aber nur beim Versuch, denn schnell stampfte Microsoft seine eigene Cloud-Lösung ein. Der Grund für diese Entscheidung lag laut einigen Aussagen auf technischer Seite, denn RemoteApp konnte in großen Umgebungen nicht überzeugen. Die Flexibilität, das Management, die Sicherheit, der Benutzerkomfort und die Performance sind sehr wichtig und der Bedarf steigt stetig, je größer eine Kundenumgebung wird. Da Microsoft bereits einige Großprojekte in der Umsetzungsphase hatte und es immer mehr Schwierigkeiten in Bezug auf die zuvor genannten Anforderungen gab, musste zügig eine Lösung gefunden werden.

Microsoft holt Citrix mit ins Boot – Start von XenApp/XenDesktop Essentials

Schnell war klar, dass Citrix als anerkannter Marktführer im Bereich Anwendungs- und Desktopvirtualisierung mit ins Boot musste, denn dieser konnte all dies liefern. Der Entschluss zur Zusammenarbeit war kein Problem, denn Microsoft und Citrix betreiben schon seit Jahren eine enge Partnerschaft (http://microsoftandcitrix.com).

Noch bevor es auch nur ansatzweise etwas Technisches vorzuweisen gab, verbreitete sich der Name „XenApp Express“ wie ein Lauffeuer und dann wurde es erstmal wieder still. Weder unsere Kontakte von Microsoft noch die von Citrix konnten uns konkrete Aussagen zum Produkt selbst liefern.

Gegen Ende des Jahres 2016 gab es dann die ersten Informationen und Webinare und man konnte einen Blick auf das zukünftige Produkt werfen. Tiefere technische Fragen blieben aber trotzdem noch offen. Dennoch konnten wir bis heute einige Informationen sammeln und möchten diese nun weitergeben.

Der offizielle Name der Produkte lautet nun XenApp Essentials und XenDesktop Essentials. Mit XenApp Essentials kann man eine klassische XenApp-Bereitstellung umsetzen. Dieser Cloud Service ist bereits in den USA aktiv und soll noch im ersten Quartal 2017 nach Europa kommen. Später im Jahr soll dann XenDesktop Essentials folgen. Mit XenDesktop Essentials kann man klassische Desktops auf Basis von Windows 10 bereitstellen.

Was genau macht Citrix in Ihrer Cloud?

Citrix stellt alle Backend- bzw. Infrastrukturkomponenten bereit, die man für eine erfolgreiche Bereitstellung von Citrix XenApp und Citrix XenDesktop benötigt. Die Controller-Rolle, der Citrix Director, das Citrix Studio, StoreFront und die SQL-Datenbank werden nun von Citrix selbst gehostet. Die XenApp-Server und XenDesktop-Clients bleiben in der Hand des Kunden und können entweder als Hybrid Cloud oder Private Cloud in nahezu jeder Public Cloud oder auf jedem Hypervisor installiert werden. Die von Citrix gewohnte Flexibilität kennt also auch hier fast keine Grenzen. Wichtig ist die Installation des Citrix Cloud Connector, der das Backend aus der Citrix Cloud mit den Workern auf der Kundenseite verbindet.

Hinweis: Die Verwendung eines Golden Image ist natürlich nach wie vor möglich. Wenn man aber seine XenApp-Worker oder XenDesktop-Maschinen ebenfalls in der Cloud hostet, muss auf die Provisioning Services verzichtet werden.

Citrix Cloud Connector

Der Citrix Cloud Connector kann auf einem beliebigen Windows Server 2012 R2 oder 2016 installiert werden. Redundanz wird erreicht, indem der Connector einfach auf einem weiteren Server installiert wird. Die Verbindung ist „stateless“, sodass die Last zwischen beiden Systemen verteilt werden kann. Der Connector verbindet sich via https (443) zur Citrix Cloud und erzeugt nur ausgehenden Verkehr.

Welche Vorteile habe ich, wenn ich die Cloud-Lösung von Citrix in Anspruch nehme?

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Man muss sich im Grunde nicht mehr um die Citrix-Komponenten kümmern. Alle relevanten Komponenten werden multi-redundant zur Verfügung gestellt. Alle Systeme werden automatisch gesichert. Das Updaten der Komponenten übernimmt Citrix vollautomatisch. Der komplette Wartungsaufwand für die Basisinfrastruktur tendiert von nun an gegen Null.

Beim Updateverhalten hat der Kunde verschiedene Möglichkeiten:

Innerhalb von vier bis fünf Tagen werden neue Updates an den Kunden weitergegeben. Wenn Probleme während der einzelnen Phasen erkannt werden, wird der Rollout gestoppt, bis das Problem beseitigt wurde. Der Kunde kann also entscheiden, in welcher Phase er auf eine neuere Version umsteigen möchte.

Teststatus: Dies ist nur für einen begrenzten internen Kundenkreis vorgesehen, um die Bereitstellung in erster Instanz zu verifizieren.

Opt-in: Waren die Tests erfolgreich, kann der Kunde direkt auf die neue Version umgestellt werden. Sie als Kunde müssen Citrix explizit informieren, dass sie die neuesten Updates so schnell wie möglich erhalten wollen. Natürlich bleibt so ein Restrisiko bestehen, dass es noch Probleme geben kann.

Opt-out: Wenn man auf Nummer sicher gehen möchte, entscheidet man sich für die Umstellung, wenn das Update zu hundert Prozent verifiziert wurde, spätestens also nach vier Tagen nach Beginn der ersten Rollouts.

Kosten und Verfügbarkeit – bisher nur in USA

Wie bereits erwähnt ist die Citrix Cloud aktuell nur für den amerikanischen Markt verfügbar. Im Laufe des Jahres soll Europa folgen. Leider ist noch nicht bekannt, wann der Dienst in Deutschland verfügbar ist. Sobald sich hier aber etwas ändert, werden wir davon berichten. Wer bereits heute einen Blick auf das neue Produkt werfen möchte, kann unter https://cloud.citrix.com eine Teststellung beantragen. Derzeit gibt es jedoch aufgrund der vielen Anfragen eine Warteliste.

Auch die Kosten sind aktuell noch nicht fix, da sie noch nicht an den europäischen oder deutschen Markt angepasst wurden. Tendenziell wird der Preis hier bei uns höher ausfallen. Die Berechnungen der Kosten erfolgt auf Basis der Benutzeranzahl – also Kosten pro Benutzer pro Monat. Wer schon vorab eine ungefähre Kostenaufstellung haben möchte, kann sich auf der Website https://costcalculator.azurewebsites.net informieren.

Florian Scheler
Senior Consultant

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